Alter Jahr Ereignis — Reise — Tätigkeit
1839 1. Mai, geboren als 3. Kind des Johann Rudolf Guyer und der Anna Magdalena Guyer-Wepf im Neuthal, Gemeinde Bäretswil ZH, reformiert von Bauma ZH,
ab 1868 von Bäretswil ZH,
ab 1886 von Zürich.
6 1845-54 Primarschule- und Sekundarschule in Bauma ZH
Sommerferien
1. Schweizerreise zu Fuss mit Theodor Rehsteiner:
Basel – Biel – Neuenburg – Freiburg – Bern – Thun – Interlaken – Meiringen – Furka – Hospenthal – Flüelen – Brunnen – Zürichsee – Neuthal.
Kosten Fr. 35.-
Vom «Bödeli» aus in Interlaken sah er erstmals «Eiger – Mönch – Jungfrau».
15 1854- Besuch der Industrieabteilung der Kantonsschule Zürich. Er wohnt bei seiner Schwester Maria Meyer-Guyer im «Rosenberg» am Zeltweg 25 in Zürich-Hottingen
1855 Weihnachten: Konfirmation im Fraumünster-Zürich durch Pfarrer Rudol Zimmermann
18 1857-58 Studien in Genf
Sommer- und Wintersemester :
Besuchte Vorlesungen an der Uni-Genf (Akademie) in französischer Literatur und Kirchengeschichte bei Professor Merle d’Aubigné
Studium der Nationalökonomie und Geologie an der Genfer Akademie.
Beitritt zum Zofingerverein.
Juli bis Dezember: Reise durch Süd-Frankreich und Nordwest-Intalien
1858 Reise über Paris nach Marseille und zurück ins Neuthal.
18 1857-63 Er bereiste einige baumwolleverarbeitende und –produzierende Länder in Europa und Übersee.
20 1859 Spätsommer: Reise über Le Hâvre (3 Monat-Praktikum) nach England (Praktikum und Reisen).
In London trifft er bei einer Feier den italienischen Freiheitshelden Garibaldi.
Dezember-Tagebucheintrag:
“Zwei Drittel der Zeit sollen tüchtig dazu verwandt werden, Nutzen für die Zukunft zu ziehen, ein Drittel aber sei für mich frei und als Cosmopolit werden von mir die beiden Hemisphären bereist.”
21 1860 April bis Mai: Reise nach Genf – Paris – Brüssel – Rotterdam – Holland
Juni: Hull – Liverpool – Blackburn
September: Überfahrt nach Quebeck mit Reise durch Kanada und USA
Dezember: Ausflug nach Havanna (Cuba) und Praktikum in New Orleans.
24 1863 Nach den Bildungsreisen trat er in die väterliche Baumwollspinnerei Neuthal ein und wird an den Geschäften beteiligt.
26 1865 Bau der Pferdestallung
27 1866 er wurde Teilhaber im Neuthal
29 1868 Präsident der Baukommission für Bau des Sekundarschulhauses
Bäretswil. Spende Fr. 2000.-
liberaler Zürcher Kantonsrat vom Wahlkreis Bäretswil ZH
30 1869 1. März: Heirat in der Neumünsterkirche-Zürich unter Dekan Hirzel mit Anna Wilhelmina Zeller, Tochter des Johann Jakob Zeller. Familie Zeller ist eine angesehene Zürcher Industriellenfamilie. Dieser Ehe Guyer-Zeller entstammten drei Kinder, Mathilde 1870, Johann Rudolf 1875 und Adolf Gebhard 1880.
Hochzeitsfeier im Hotel «Baur au Lac» in Zürich. Wohnsitz Promenadenhof Zeltweg 26 in Zürich-Hottingen.
Verlegung des Wohn- und Geschäftssitzes nach Zürich. Umzug zum Promenadenhof, Zeltweg 26, Zürich.
Nach der Heirat nannte sich Adolf Guyer, fortan Adolf Guyer-Zeller.
31 1870 Erwerb der «Bürgliterasse» in Zürich-Enge für Fr. 210’000.-
23. April: Geburt 1. Kind: Tochter Mathilde (1870-1955)
Bau der Kapelle (Schlosserei) und Baumwollmagazin
Gründung eines Textil-Exportgeschäftes
32 1871 Übernahme und Leitung die Weberei Oberkempten, Bau des Hochkamins und Dampfkessels.
16./17. November: Mitbegründer der «SAC-Sektion Bachtel».
AGZ schenkte der Sektion eine Clubhütte mit seinem Namen.
35 1874 Alleininhaber der Fabrik im Neuthal, die er laufend vergrösserte.
36 1875- liberaler Zürcher Kantonsrat vom Wahlkreis Bäretswil
1875 4. Dezember: Geburt 2. Kind: Sohn Johann Rudolf (1875-1951)
Bau der 3 Kosthäuser im Neuthal
37 1876 4. Januar: Tod des Vaters. AGZ führt den väterlichen Betrieb weiter.
40 1879 Wahl in die Revisionskommission der Nordost-Bahn; NOB
41 1880-90 Verwaltungsratspräsident der Papierfabrik an der Sihl.
ab 1880 Infolge seines Aktienbesitzes übte er ab den 1880er Jahren grossen Einfluss auf die Schweizerische Nordostbahn (NOB) aus, obwohl seine Vorschläge in der NOB-Revisionskommission (1879-90) wegen des Widerstands der eingesessenen Stadtzürcher Familien stets abgelehnt wurden.
41 1880 4. November: Geburt 3. Kind: Sohn Adolf Gebhard (1880-1960)
42 1881 Kandidatur in den Nationalrat, Nichtwahl
43 1883-85 Bau des Geschäfts- und Wohnhauses «Gryffenberg» im Stil der Renaissance in Zürich an der Börsenstrasse 18 / Bahnhofstrasse 10.
Verlegung des Wohn- und Geschäftssitzes in den «Gryffenberg».
46 1885 9. Juli 1885 wurde der UeBB die Konzession erteilt.
AGZ wollte mit dieser Bahn den Anschluss der Zürcher Oberländer Gemeinden an die Gotthardbahn schaffen.
47 1886 AGZ erhält das Bürgerrecht der Stadt Zürich
49 1888 AGZ gründet mit 4 Familienvätern das «Freie Gymnasium Zürich»
Seine beiden Söhne besuchten das «Freie Gymnasium Zürich».
Enteignung der «Bürgliterasse». Heute Standort der reformierten Kirche Enge.
AGZ wird griechischer Generalkonsul in Zürich.
1888-99 griechischer Generalkonsul in Zürich
50 1889 Für die Textilarbeiterfamilien liess er ein noch heute bestehendes Wanderwegnetz erstellen. Die Wege führen ins Neuthal, vielleicht als sichere Arbeitswege im Winter?
53 1892 1. Juli: Einweihung des Adolf-Guyer-Zeller-Wanderwegs auf die «Hohenegg».
Volksfest mit 1’500 Wanderer, Freunden, Gästen, Musik- und Turnverein mit Darbietungen.
Nach Reden und Gesängen offerierte AGZ allen Speis und Trank.
54 1893 Konzessionsgesuch für den Bau einer Bahn auf die «Jungfrau» eingereicht.
55 1894 An der Generalversammlung der Nord-Ost-Bahn stellte Guyer-Zeller, unterstützt von seinen Anhängern, den Antrag auf Absetzung von Direktion und Verwaltungsrat der NOB.
Als Ersatz für den Präsidenten des Verwaltungsrates liess er sich gleich selber wählen. Für die anderen Ämter schlug er ihm genehme und fähig scheinende Kandidaten vor. Diese Ereignisse schlugen gesamtschweizerisch hohe Wellen und trugen Guyer-Zeller den Titel “Eisenbahnkönig” ein.
12. Juni: Gründung der Guyer-Zeller-Bank zur Finanzierung der Jungfraubahn.
29. Juni: Konzession für den Bau der UeBB vom Bundesrat für 80 Jahre erteilt.
21. Dezember: Erteilung der Konzession für den Bau der Jungfrau-Bahn
57 1896 Baubeginn der Jungfrau-Bahn.
König Georg I von Griechenland verleiht AGZ den goldenen Offizierskreuz-Orden, das «Kreuz des Erlöserordens»
58 1897 Seine harte Haltung in der Lohnfrage führte zum Streik der 5000 NOB-Eisenbahner, worauf der Bundesrat vermittelte.
Der Arbeitskampf ebnete den Weg für die Verstaatlichung der grössten Privatbahnen.
59 1898 9. September: Eröffnung der ersten Teilstrecke der Jungfraubahn von der «Kleinen Scheidegg» bis zum «Eigergletscher».
60


1899


6. Februar: Sprengunglück beim Bau der Jungfrau Bahn fordert 6 Todesopfer.
3. April: AGZ stirbt mit 60 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung und wurde auf dem Friedhof in Bauma ZH im Familiengrab beigesetzt.


1899 5. Mai: Baubeginn der Uerikon-Bauma-Bahn, UeBB
1901 Donnerstag, 30. Mai: feierliche Einweihung der UeBB, im Volksmund «Überbeibahn» genannt.
Die 25,3 km lange Linie führte von Uerikon am Zürichsee hinauf nach Hombrechtikon – Wolfhausen – Hinwil – Ettenhausen – Emmetschlo – Bäretswil – Neuthal – Bauma mit Anschluss an die Tösstalbahn.
Täglich verkehrten nur fünf Züge in jeder Richtung und deren Betrieb wurde durch die Tösstalbahn geführt. Mit der Eröffnung wurden zwei Dampflokomotiven, vier Personen-, zwei Gepäck- sowie 19 Güterwagen in Betrieb genommen. Doch schon in den ersten Betriebsjahren entsprachen die Einnahmen nicht den Erwartungen. Häufige Erdrutsche unterbrachen den Betrieb.
1902 1. Januar: Die NOB wurde mit einem Streckennetz von 853 km in der Schweizerischen Bundes Bahn; SBB, integriert.
1905 1. Januar: Übergang der UeBB zum Selbstbetrieb aus Spargründen. Weil der Schienenstrang der UeBB nicht dem Hauptverkehrsfluss im Zürcher Oberland folgte, ergaben sich in den Jahren bis 1948 immer wieder grosse Defizite. Das Ende der UeBB nahte.
1911 Die finanzielle Lage der Jungfrau-Bahn sah so schlecht aus, dass die Pläne etwas abgeändert werden mussten. Die Gelder waren fast aufgebraucht. Der Bau der Jungfraubahn wurde zum Teil mit dem Fahrgeld finanziert, das nach der Fertigstellung der einzelnen Etappen eingenommen wurde. Entscheid der Jungfrau-Bahngesellschaft: Verzicht auf den Bau bis zum Jungfraugipfel, statt dessen die Endstation dicht unter dem Jungfraujoch anzulegen. Trotz dieser Änderung ist die Station «Jungfraujoch» der höchst gelegene Bahnhof Europas.
1912 Eröffnung der Jungfraubahn bis zur Station «Jungfraujoch» auf 3454 müM
1980 Übergang der «Villa» im Neuthal an die «Stiftung Arbeits- und Lebensgemeinschaft Neuthal», der Zürcher Limmattalgemeinden, Sitz in Dietikon ZH.
Heute: «Therapeutische Gemeinschaft Neuthal»
2009 1. April: Die Aktivitäten der beiden Schweizer Privatbankeinheiten, HSBC Guyerzeller Bank AG und SA wurden rechtlich zusammengeführt. Damit wurde die HSBC Guyerzeller Bank AG in HSBC Private Bank (Suisse) umbenannt.
erstmals zusammengestellt: Walter Sprenger; Baum ZH; 11.94
bearbeitet und erweitert aus verschiedenen Quellen: Ulrich Nydegger; Gossau ZH; 12.09, 9.14